Puyuhuapi

PUYUHUAPI

Heute lassen wir die Räder „links liegen“ und gönnen uns die verdiente Ruhepause in Puyuhuapi. Nicht nur die gemütliche Pension, auch der Ort selbst mit seiner schönen Lage am Fjord laden zum Verweilen ein. So schlendern wir nach einem ausgiebigen Frühstück ein wenig entlang der Uferböschung. Leider setzt später wieder Regen ein und wir verkriechen uns ans wärmende Feuer der Cabaña.

Am Nachmittag gönnen wir uns einen „Cafe y Kuchen“ und kommen so auch in den Genuss der Nalca-Pflanze. Deren riesige Blätterstauden, die z.T. Regenschirmgröße ereichen, säumen schon seit einigen Tagen unseren Weg entlang der Carretera Austral. Ihre Stängel werden – ähnlich dem europäischen Rhabarber – kandiert und gekocht als Zutat für Marmeladen, Kuchen und vieles mehr verwendet.

Auf dem Rückweg zur Pension treffen wir Judith aus Holland. Sie hat per Rad bereits halb Chile, vom nördlichen Arica aus durchquert und ist nun ebenfalls in Richtung Süden unterwegs.

Am Abend hält der Ort noch eine ganz besondere Überraschung für uns bereit. Beim Spaziergang taucht im Fjord eine Gruppe großer Delphine auf und wir verfolgen mit Fotokamera und Fernglas, wie sie auf der Suche nach Nahrung die vielen Lachsfarmen hier umkreisen. Wir sind so fasziniert, dass wir gar nicht merken, dass die Sonne bereits untergegangen ist und so ziehen wir uns in die wärmende Atmosphäre der Cabaña zurück.

Mit „dickem Hals“ und Erkältung wachen wir Beide am nächsten Tag auf. Die Nacht war, nachdem das Feuer erloschen war, ziemlich kalt gewesen und das ist uns wohl nicht sehr gut bekommen. Also lassen wir uns mit Packen und Frühstück ein wenig länger Zeit. Erst am frühen Nachmittag treten wir so in die Pedalen und genießen die schöne Fahrt entlang des Fjordes. Leider setzt bald Regen ein und es heißt mal wieder Regensachen überziehen. Da kommt uns ein Schild mit der Aufschrift Hosteria/Camping gerade recht und wir fahren von der mittlerweile schlammigen Piste ab. Zu unserer Überraschung finden wir hier direkt am Ufer des Fjordes von Puyuhuapi einen überdachten und somit trockenen Unterstand für unser Zelt. Sogar die Räder haben Platz und wir sind zufrieden mit unserer Wahl, auch wenn die Sicht auf die Umgebung und den Fjord immer noch durch dicke Regenwolken getrübt wird. Am Abend genießen wir in der zum Zeltplatz dazugehörigen Hosteria ein leckeres Abendessen und verkriechen uns dann bald in unsere Schlafsäcke.

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